Hohe Auszeichnung für Wolfgang Nielsen

Tuesday, 12. December 2006

Am 12. Dezember 2006 erhielt der Vorsitzende der Wuppertaler Tafel aus der Hand des Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.

Ich nehme die Auszeichnung stellvertretend für alle entgegen, die sich über Jahre mit mir für die Tafel engagiert haben" sagte er bei der Feierstunde.

Die Mitarbeiter der Tafel freuen sich über diese Auszeichnung und gratulieren Wolfgang Nielsen hierzu.

Hier die Laudatio des Ministerpräsidenten:

Es gibt Menschen, mit denen meinte es das Schicksal nicht immer gut – die zerbrochen sind am Tod ihres Ehepartners oder die nicht fertig wurden mit dem Verlust des Arbeitsplatzes. Selbst das engmaschige Netz der Sozialsysteme reicht hier oftmals nicht. Wolfgang Nielsen aus Wuppertal weiß das. Er weiß, was es bedeutet, ein Bett oder einen Schrank zu benötigen, aber kein Geld dafür zu haben. Er weiß, was es heißt, Hunger zu haben, aber sich Lebensmittel nicht leisten zu können. Er weiß, was es heißt, Fieber zu haben oder ein verstauchtes Bein, aber keine Versicherung, die für eine Behandlung aufkommt oder wo es schlicht an Mut fehlt, eine Arztpraxis aufzusuchen, weil es seit Wochen keine Gelegenheit zum Duschen gegeben hat.

Wolfgang Nielsen weiß alles das. Tag für Tag, Monat für Monat und Jahr für Jahr hat er Kontakt mit Menschen, die diese Erfahrung machen. Auf über 27.000 wird ihre Zahl allein in Nordrhein-Westfalen geschätzt. Sieben Tage die Woche, oft 10-14 Stunden am Tag, ist Wolfgang Nielsen deshalb für sie im Einsatz – seit 1988 im „Allgemeinen Hilfskreis“ in Wuppertal, einem Verein, der Möbel und Kleider an hilfsbedürftige Personen verteilt, und seit 1995 bei der »Wuppertaler Tafel«, deren Vorsitzender Wolfgang Nielsen ist.

Täglich gibt es hier Frühstück und Mittagessen, abends wird eine warme Suppe angeboten, es gibt belegte Brötchen und etwas zu trinken. Drei Mal wöchentlich ist das »Medi-mobil« mit einem Arzt und einer Krankenschwester unterwegs, um ein Mindestmaß an ärztlicher Versorgung vor allem für Wohnungslose zu gewährleisten. Und mit einem »Sozial-mobil« wird darüber hinaus auf unbürokratische Weise Lebenshilfe in allen erdenklichen alltäglichen Fragen angeboten. Wolfgang Nielsen koordiniert diese Arbeiten. Er wirbt Lebensmittel ein, gewinnt neue ehrenamtliche Helfer und springt auch selber oft als Fahrer ein. Sein vorbildlicher Einsatz, vor allem aber sein Logistik- und Organisationstalent haben dazu beigetragen, dass von den in Wuppertal gemachten Erfahrungen mittlerweile viele weitere Einrichtungen in ganz Deutschland profitieren. Wer wissen will, was selbstloser Einsatz heißt, sollte einmal einen Tag mit Wolfgang Nielsen verbringen.



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Menschen für die
Tafel

 

 

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